Hierarchie im Sinne des Projekts
Hierarchien sind in menschlichen Gemeinschaften nahezu unvermeidlich. Ob in Unternehmen, Institutionen oder Staaten – überall, wo Menschen sich organisieren, entstehen funktionale Ordnungen. Das Projekt lehnt diese Tatsache nicht ab, aber er denkt sie grundlegend neu: Hierarchie ist kein Naturgesetz, sondern eine Form, die dem Leben dienen muss.
Im Denken des Projekts ist Macht nicht Besitz, sondern Beziehung. Sie ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Verantwortung, Vertrauen und Kompetenz. Eine hierarchische Struktur wird nicht als Machtpyramide verstanden, sondern als Netzwerk von Aufgaben und Rollen, das sich dynamisch verändert. Der Wert eines Menschen bemisst sich nicht nach seinem Rang, sondern nach seiner Haltung.
Führung bedeutet im Sinne des Projekts: Verantwortung tragen, ohne sich über andere zu stellen. Der Manager, die Lehrende, der Vorsitzende – sie alle sind Wegbegleiter, keine Hürdenbauer. Eine wahrhafte Führung erkennt an, dass jede Form von Leitung auf Gegenseitigkeit beruht: Wer führt, muss zuhören. Wer entscheidet, muss sich dem Dialog stellen. Wer oben steht, muss tiefer sehen.
Hierarchie ist für das Projekt dann legitim, wenn sie das Gemeinwohl fördert, den Einzelnen nicht entmündigt und ihre eigene Auflösung jederzeit denken kann. Sie ist immer vorläufig, verhandelbar, dienend. Macht wird nicht als Selbstzweck betrachtet, sondern als Möglichkeit zur Ermächtigung anderer.
So entsteht eine neue Form von Ordnung: nicht durch Zwang oder Status, sondern durch Kommunikation, Vertrauen und geteilte Verantwortung. Der Projektmensch lebt Hierarchie als Form der Kooperation, nicht der Kontrolle.